Jungen-WG-NachtfalkeHilfe für Jungs bei Eltern-Zoff
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Es kommt immer wieder vor, dass Jungs nach ihrem Coming-Out riesengroßen Zoff mit ihren Eltern haben und von Zuhause raus müssen oder es überhaupt nicht mehr aushalten können. Manchen bleibt dann nur die Möglichkeit bei Freunden unterzukommen oder bei solchen, die sich als Freunde bezeichnen, in Wahrheit aber mehr Freier als Freund sind. Viele Jungs rutschen auf diesem Weg in die Prostitution. Ein Thema, über das kaum einer gerne spricht. Ganz besonders dann nicht, wenn er selbst davon betroffen ist.
Einer von ihnen ist Chris: Chris ist 17 und hat bis vor drei Monaten noch mit seiner Mutter und dessen Lebensgefährten zusammengelebt. Weil seine
Mutter immer eine von den Müttern war, die von sich sagen, dass man mit ihnen über alles reden kann, hatte sich Chris gar nicht so große Sorgen gemacht, als er den vermeintlich richtigen Moment für sein Coming-Out abgewartet hatte. Dem neuen Freund der Mutter, mit dem Chris eh schon öfters Ärger hatte, wollte er sein Schwulsein lieber nicht anvertrauen. Doch seine Mutter hat ihm da einen Strich durch die Rechnung gemacht… Kurzum: Sein Home, Sweet Home hatte sich zum Highway To Hell verwandelt. Chris schlief ein paar Nächte bei seiner besten Freundin, aber das war keine Lösung auf Dauer. Jetzt also Zoff zu Hause, mit der besten Freundin kriselte es auch ein wenig und bei seiner Ausbildungsstelle kam Chris immer häufiger zu spät an, manchmal auch gar nicht. Er lernte irgendwann den etwa zwanzig Jahre älteren Peter kennen, der ihm anbot, bei ihm auf der Gästecouch zu schlafen. Doch nach und nach musste Chris feststellen, dass Peter immer häufiger eine Gegenleistung für seine vorgespielte Gastfreundschaft einforderte. Erst begann es damit, dass er beim Duschen die Türe offen lassen sollte, weil es ja sonst im Bad Schimmel geben würde, dann war es in Peters Bett auf einmal viel zu kalt, sodass er jemanden zum Wärmen brauchte.
So ging das jedenfalls eine ganz Zeit weiter, bis er dann irgendwann mit Julia telefoniert hat. Julia arbeitet mit Markus bei der AIDS-Hilfe in Essen. Sie kennen ganz viele Fälle, die so sind wie der von Chris. Deshalb haben sie das Projekt „Jungen-WG-Nachtfalke“ ins Leben gerufen. Das ist eine Wohngemeinschaft für männliche Jugendliche, die anschaffen gehen oder aber von Prostitution bedroht sind, weil sie sich in großen Schwierigkeiten befinden. Sie wissen auch, dass viel mehr Jungs „Taschengeldangebote“ annehmen, als man
so denkt. Aber darüber sprechen mag eigentlich keiner…!
In der „Jungen-WG-Nachtfalke“ ist jede Form der Diskriminierung verboten – egal, welche Hautfarbe ein Junge hat, ob er auf das eigene oder das andere Geschlecht steht, oder ob er manchmal Geld für Sex bekommt. Und natürlich geht es in der Wohngemeinschaft auch darum, all das zu lernen, was man im Alltag so alles meistern muss: Einen Haushalt führen, mit dem eigenen Geld auskommen, Ämterkram erledigen und vieles mehr. Die Wohnung befindet sich mitten in Essen, hat Zimmer für drei Jungs und eine gemeinsame WG-Küche. Die Zimmer kann jeder nach Lust und Laune gestalten.
Wer Fragen zur „Jungen-WG-Nachtfalke“ hat, darf sich gerne unter einer der nachfolgenden Kontaktmöglichkeiten mit Julia oder Markus in Verbindung setzen.
Julia Ferber 0201/1053721;
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Markus Willeke 0201/1053713 Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.
Homepage: http://www.jungen-wg-nachtfalke.de
Kommentare
ich hatte bis jetzt noch nichts davon gehört, und finde es richtig gut, das es sowas gibt.
üblicherweise "kümmern" sich die jugendämter alleine um die "fälle" bei denen ist der mensch halt eher ne nummer.
es geht ja nicht nur um die sichere, selbstbestimmende unterkunft, sondern hoffentlich auch um psychologische betreuung. es ist sicher nicht einfach im noch nicht ganz erwachsenen alter aus dem umfeld familie herausgerissen zu werden. ob da "kunpels" und "freunde" ( ganz egal welche intenion diese haben) die richtige hilfe sein können lassen wir mal lieber aussen vor.
jemand der 16-17-18 jahre in einer "intakten" familie lebte und wegen der bagatelle "schwul" auf einmal nicht dazugehören darf braucht hilfe mit dem "verlust", der ja eigentlich keiner ist, klarzukommen. und eben nicht nur das dach über dem kopf in irgendeiner städtischen notschlafstelle.
Mehr Projekte: Weniger Geld :) Das sind ja alles keine Firmen, die irgendwie Gewinn machen^^
Aber ne super Idee auf alle Fälle!
Mehr Projekte, weniger gefahren.
um so besser das es zumindest dieses Projekt gibt ! Können sich viele ne Scheibe abschneiden
Der entstammt einer Pressemitteilung der Aidshilfe Essen, wieso?
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